#ST1 "But you don`t like girls."

(Book Flowerchild pages 8-11)

"I want to touch your hands,

wishing that you like girls. 

But I know we cant."

         - Romans 1:26,27


Im Oktober 2000 erblickte ich das Licht der Welt in einem kleinen Krankenhaus auf den Philippinen und wuchs in einem streng religiösen Haushalt auf, als Zeugin Jehovas.

Von klein auf verinnerlichte ich eine starke Beziehung zu Gott und es wuchs soviel Liebe und Demut in mir, das ich mir niemals erlaubte Jehova (der bekannte Name des Gottes bei den Zeugen Jehovas) in irgendeiner Hinsicht zu verletzten oder zu hintergehen.

Soziale Verbindungen aufzubauen viel mir aufgrund dessen sehr schwer, da es in meiner Versammlung bei den Zeugen keine Jugendlichen in meinen Alter gab. Und in der Schule Freundschaften mit anders denkenden Kindern zu schließen habe ich mir Unterbewusst immer verboten.

Doch dann traf ich dich.

Wir waren sehr jung und anfangs mochte ich dich ehrlich gesagt nicht. Du warst distanziert und sehr still, doch Einsamkeit drängte mich dazu dich näher kennen zu lernen. Doch dann schafftest du nähe zwischen uns und wir fanden so viele Gemeinsamkeiten an einen Nachmittag, das du mich glauben ließ das es Seelenverwandte gibt.

Wir zockten heimlich "verbotene" Videospiele und guckten Animes. Spontan würden wir uns auf einen Energydrink zum spazieren gehen treffen und am Wochenende übernachtete ich bei dir um zusammen am nächsten Tag in den Predigtdienst zu gehen.

Ich mochte deine Familie sehr und unsere gemeinsame Zeit gab mir dir die Chance die Erfahrung zu machen, wie sich Familie anfühlt: durch gemeinsames Frühstücken und Filme gucken am Abend während man sich auf dem Sofa mit Kissen und einem Kakao einkuschelt. In der Woche wurde wurde gefragt wie mein Tag war und wie die Schule lief und ich baute mir ein Zuhause bei dir auf, während meine Eltern in meinem "Zuhause" Krieg führten.

Aber in deinem Zuhause fand ich zu Flucht, ich fand Sicherheit in deinem lila Zimmer und in diesem gemütlich eingerichteten Esszimmer.

Doch einen Sommer später fanden wir uns in einem Neuen Lebensabschnitt wieder.

Du lies dir deine Haare kurz schneiden und fands mehr Mut zu lächeln. Du machtest es dir zur Aufgabe mich zu beschützen und gabs mir das erste mal das Gefühl, das man mich nicht verlieren will.

Vielleicht habe ich die Zeichen falsch gedeutet, als du dich Nachts an mich gekuschelt hast oder an jenen Busfahrten wo du deinen Kopf an meiner Schulter anlehntest und friedlich einschlief,

Vielleicht habe ich aber auch meine Gefühle für dich falsch gedeutet. Doch ich wollte dich nie los lassen, das musst du mir glauben.

Ich wusste das dein Weltbild stärker verankert war als meins, das es für dich keinen anderen "richtigen" Weg gab. Doch wie könnte ich dich ein ganzes Leben anlügen, wenn ich so viele Chancen gehabt hätte dich zu küssen?

Am liebsten würde ich jetzt den nächsten Zug nehmen und 2 Stunden lang zu dir fahren. Ich würde dir was von Mc Donalds mit bringen und 2 Dosen Energydrinks und einfach klingeln... fragen, ob wir einen anderen Weg versuchen wollen.

Doch du magst keine Mädchen.

Letztendlich habe ich nicht nur dich verletzt, sondern auch Gott.

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